Über uns

Über Uns

Mein Name ist Sören. Ich bin 39 Jahre alt und lebe in einer wundervollen Patchworkfamilie mit zwei tollen Kindern. Beruflich bin ich Geschäftsführer einer Werbeagentur in Heilbronn. Und ich habe MS, seit 20 Jahren, mehr als der Hälfte meines Lebens.

Bis über meinen 19. Geburtstag hinaus lief alles in den mir bis dahin bekannten Bahnen. Sport war mein Lebensinhalt, von klein auf. Meine Mutter nannte mich immer ein „Gassenkind“, weil ich nach der Schule immer nur den Ranzen in die Ecke geworfen habe und schon wieder unterwegs war. Draußen, Sportplatz, Spielplatz, Wald... immer irgendwo, wo ich mich bewegen konnte. Fußball, Tennis, Basketball, Hockey, Skaten, Leichtathletik, Schwimmen... ich glaube es gab kaum etwas, das ich nicht ausprobiert hatte. Ich war talentiert, sportlich erfolgreich und auch von großen Vereinen umworben. Die Zeit, als mir jeder auf die Schulter geklopft hat und es ein Kompliment nach dem anderen hagelte.

Zwei Monate nach meinem Geburtstag kam dann von heute auf morgen mein erster Schub. Mein rechtes Sichtfeld wurde über Nacht schwarz. Sehnerventzündung. Nach mehreren Arztbesuchen und einem Krankenhausaufenthalt, die Diagnose „Multiple Sklerose“.

Ja, wie es so oft zitiert wird, mit der Diagnose war alles anders. Mein Leben, wie ich es bis dahin kannte, gab es nicht mehr. Was bis hierhin mein Lebensinhalt war, konnte ich, oder sollte ich, nach Meinung der Ärzte vor zwanzig Jahren, nicht mehr ausüben, wie ich es gewohnt war. Ganz klar, das war ein Schlag ins Gesicht! Okay, ganz so sehr habe ich mich nie daran gehalten, Zum Glück - wenn man rückblickend darüber nachdenkt! Aber die Möglichkeiten haben sich verändert. Das Leistungslevel, so ehrlich muss ich sein, ist deutlich gesunken.

Wie gesagt, ich habe es immer wieder versucht und nie über einen längeren Zeitraum nichts gemacht. Aber es wollte nicht mehr so, wie ich es aus der Vergangenheit gewohnt war. Einerseits sehr gut, dass ich nie ganz davon lassen konnte. Andererseits hat es mir gerade in den ersten Jahren, sehr viele enttäuschende Momente beschert.

In dieser Zeit stand ich völlig im Konflikt mit meiner Krankheit! „Komm du erst mal mit mir klar, bevor ich mit dir klarkomme!“ Und wen wundert es, dass ich in dieser Zeit auch die mit Abstand meisten Schübe hatte.

2007 hatte ich einen besonders schweren, was mir auch meinen ersten Reha-Aufenthalt bescherte. Im Vorfeld hatte ich privat eine schwere Zeit, was diesen Schub ausgelöst hatte. Und diese mentale Belastung habe ich auch noch mit in die Reha genommen. Leider war die Reha dadurch nicht ganz so effektiv, wie sie hätte sein können und sollen. Aber ich habe eine ganz wichtige Sache über meine MS gelernt dabei. Einen Kampf gegen die Krankheit, gegen einen unsichtbaren Gegner, kann man nur verlieren. Mir wurde bewusst, dass wir nur Hand in Hand gemeinsam gehen können, wenn die Richtung eine positive sein soll. Ich kam in die zweite Phase meiner MS: kein Konflikt mehr, sondern eine Akzeptanz als Teil von mir. So habe ich meine MS ab da gesehen, auch wenn ich sie immer noch als Klotz am Bein empfunden habe. Meine MS und ich haben einen Deal gemacht: Ich bin gut zu dir, dann bist du gut zu mir! Allein diese Änderung meiner Einsicht hat dazu geführt, das ich ab an deutlich weniger Schübe hatte.

Während meiner zweiten Reha 2011 konnte ich mich voll und ganz öffnen, Ich habe darauf geachtet: Was machen die da genau? Was tut mir gut? Und vor allem, was davon kann ich mitnehmen und ohne Ärzte und Therapeuten in meinen Alltag integrieren? Körperliche Bewegung und mentale Entspannung. An der Umsetzung, das in meinem Tagesablauf aufzunehmen, bin ich, mit vielen Orten und Terminen, aber regelmäßig gescheitert. Zu meinem Glück kam aber meine Frau in mein Leben. Sie hat gespürt, dass es mich frustriert, nicht ausführen zu können, was mir gut tut. Ihre Antwort darauf war ziemlich simpel und einleuchtend: „Wenn du nicht findest, was du suchst, dann musst du es selber machen!“ Dank ihr entstand die Idee „MS trifft Chance“!

Ein einfaches Programm für körperliches und mentales Wohlbefinden für zuhause und unterwegs – danach habe ich seit Jahren gesucht. Mich macht das glücklich! Und dieses Gefühl möchte ich mit ganz vielen Menschen teilen! Mit Erkrankung oder „gesund“ - für alle, die sich etwas Gutes tun möchten!

Über meine und eure MS, unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Ansichten, werden wir viel in der Community sprechen. Deswegen werde ich an dieser Stelle gar nicht mehr viel darauf eingehen. Nur noch so viel: Mittlerweile befinde ich mich in Phase drei meiner MS. Ich habe die Krankheit voll und ganz angenommen und fühle mich mit dieser Einstellung besser denn je! Dank meiner wundervollen Frau und unserer tollen Kinder, habe ich noch einmal eine ganz neue Blickweise auf mein Leben mit MS entdecken dürfen!

Und das erklärt auch das „ÜBER UNS“. Ich bin nicht nur ich. Ich bin nicht nur ich und meine MS. Ich bin Teil einer glücklichen Patchworkfamilie, die mir täglich neue Kraft schenkt und ermöglicht, das zu tun, was mich glücklich macht!

Multiple Grüße

Euer Sören mit Familie

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